# 2 Die Fakten der Auferstehung: Ist Jesus wirklich auferstanden?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

# 2  Die Fakten der Auferstehung:

Ist Jesus wirklich auferstanden?

 

Wie glaubwürdig sind die biblischen Berichte?

 

Mit der Auferstehung Jesu steht und fällt das Christentum. Ohne Auferstehung wären die Christen nicht glaubwürdig, der Sinn der gesamten christlichen Religion ginge verloren. Paulus sagte einmal sinngemäß: Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, wären Christen die bemitleidenswertesten Menschen auf dem Planeten. Wie könnten sie an ein Leben nach dem Tod glauben, wenn der Begründer ihrer Religion selber tot war?

 

Doch wie können wir sicher sein, dass diese – zugegeben sehr abstrus klingende - Aussage des Neuen Testamentes stimmt? Jesus wurde zu Tode gefoltert, in ein Grab gelegt und ist am dritten Tag auferstanden? Mal ehrlich, ihr Christen, ist das euer Ernst?

 

Ja, wir Christen glauben genau das. Und wie ich im Folgenden darstellen will, gibt es dafür überwältigende Beweise.

 

Die historische Zuverlässigkeit der Evangelien

Experten sind sich darin einig, dass keine – allgemein von Wissenschaftlern als wahr anerkannten – antiken Schriften an die Genauigkeit der Überlieferung des Neuen Testamentes herankommt.

 

Nehmen wir als Beispiel die zwei frühesten Biographien über Alexander den Großen, der im Jahr 323 v. Chr. gestorben ist. Sie wurden erst 400 Jahre später aufgezeichnet. Trotzdem werden sie als historisch angesehen und überstanden diese vier Jahrhunderte nahezu unbeschadet. Erst in den nachfolgenden Jahrhunderten gesellten sich Legenden über Alexander den Großen dazu.

 

Viele Teile des Neuen Testamentes wie die Paulusbriefe oder auch die Evangelien dagegen wurden höchstens 30 bis 60 Jahre nach Jesu Kreuzigung aufgeschrieben. Eines der wichtigsten Glaubensbekenntnisse, das Paulus im 1. Korintherbrief aufgenommen hat, ist höchstwahrscheinlich nur drei bis fünf Jahre nach Jesu Tod schriftlich festgehalten worden. Darin wird ausdrücklich bestätigt, dass Jesus am dritten Tag auferweckt worden ist (1. Korinther 15, 3-7).

 

Das wichtige daran ist folgendes: zu diesem Zeitpunkt lebten noch die allermeisten Augenzeugen. Paulus listet sie namentlich auf. Jeder, der Paulus Brief las, konnte sich also aufmachen und die Augenzeugen befragen. Paulus war außerdem auch unter den Christen sehr bekannt und sprach sich mit den Aposteln ab, die ja drei Jahre lang mit Jesus selbst unterwegs waren und von ihm gelehrt worden waren. Wenn seine Aussagen in seinen Briefen nicht der Wahrheit entsprochen hätten, hätten sie ihn korrigiert. Aber man hat sogar gute Gründe für die Annahme, dass Paulus dieses Glaubensbekenntnis von den Aposteln übernommen hatte.

 

Innerhalb weniger Jahre also, während wichtige Augenzeugen noch lebten und den Wahrheitsgehalt der Lehren überprüften und noch bevor sich Legenden bilden konnten, wurden der Großteil der Evangelien und der Paulusbriefe sowie einige andere Teile des Neuen Testamentes aufgezeichnet. Eine Frage, die sich nun stellt, ist die: wie genau wurden diese ersten Schriften kopiert und über die Jahrhunderte bewahrt, so dass wir heute in unserer Bibel genau das stehen haben, was damals auch wirklich aufgeschrieben worden war?

 

Im Gegensatz zu vielen anderen antiken Dokumenten verfügen wir über eine unübertroffene Anzahl von Kopien des Neuen Testamentes – und zwar sowohl von den verschiedensten geografischen Orten als auch in den verschiedensten Sprachen. Es liegen neben den griechischen Manuskripten auch viele frühe Übersetzungen in Latein, Syrisch und Koptisch vor. Alle stimmen bis auf kleine Unterschiede wie zum Beispiel Schreibfehler überein. Keine der wenigen Unstimmigkeiten gefährden irgendeine Lehre des Neuen Testamentes. „Das Neue Testament hat nicht nur in mehr Manuskripten als jedes andere antike Werk überlebt, sondern auch in reinerer Form als jedes andere große Buch – in einer Form, die zu 99,5% rein ist!“, so die Wissenschaftler Geisler und Nix.

 

Wenn Sie sich dagegen Werke von Josephus, einem bedeutenden jüdischen Geschichtsschreiber, dessen Schriften von Wissenschaftlern als sehr glaubwürdig eingestuft werden, ansehen, stellen Sie fest, dass zum Beispiel von seinem Werk „Der jüdische Krieg“, das er im ersten Jahrhundert niederschrieb, nur eine Handvoll Manuskripte vorliegen, von denen eines aus dem vierten Jahrhundert das früheste ist.

 

Im Vergleich dazu gibt es über 5000 Manuskripte des Neuen Testamentes, von denen das älteste auf 100 bis 150 n. Chr. datiert wurde. „Kein anderes Werk der antiken Literatur verfügt über einen vergleichbaren Umfang an Textbelegen wie das Neue Testament“, schreibt F.F. Bruce, ein herausragender Wissenschaftler und Autor des Buches „Das Neue Testament – glaubwürdig, wahr, verlässlich.“

 

Viele Wissenschaftler und Experten sind sich im Wesentlichen einig, dass das, was die Augenzeugen Jesu damals gelehrt haben, korrekt aufgeschrieben und auch über die Jahrhunderte bewahrt worden ist.

 

Aber wie können wir sicher sein, dass die Apostel damals die Wahrheit lehrten?

 

Augenzeugenberichte

Juristisch gesehen gibt es keinen höheren Beweis, um jemanden zu verurteilen, als ein Augenzeugenbericht. Selbst wenn keine anderen Beweise vorliegen, aber ein Augenzeuge unter Eid berichtet, dass er gesehen hat, wie genau diese Person jemanden ermordet hat, dann reicht es aus, um diese Person für sehr sehr lange Zeit hinter Gitter zu bringen.

 

Es ist überraschend, wie juristisch sich das Neue Testament in dieser Hinsicht anhört. Paulus schreibt (und greift dabei auf das bereits erwähnte zwei bis fünf Jahre nach Jesu Tod entstandene Glaubensbekenntnis der Apostel zurück):

 

„Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln.“ (1. Korinther 15, 3-7)

 

Hier haben wir eine überwältigende Anzahl an Augenzeugen. Petrus' eigene „Aussage“ zu seiner Begegnung mit dem Auferstandenen können wir in der Apostelgeschichte nachlesen. Paulus berichtet hier auch selbst von seiner Begegnung mit dem auferstandenen Jesus.

 

Interessant ist dabei, dass die allerersten Zeugen des leeren Grabes Frauen gewesen waren. Bezeichnend, denn damals galten Frauen nichts und waren auch bei Verhandlungen nicht als Zeugen zugelassen. Hätten sich also die Jünger die ganze Geschichte nur ausgedacht, wären die ersten Zeugen sicher gestandene Männer gewesen.

 

Allgemein ist über die Augenzeugen zu sagen, dass sie sehr glaubwürdig, integer, genau und nüchtern aufzeichneten und dabei so objektiv wie möglich blieben.

 

Gibt es andere Erklärungen für die Phänomene?

 

Obwohl das alleine eigentlich schon für sich sprechen würde, möchte ich im Folgenden einige Behauptungen betrachten, die sich rund um den Kreuzestod und die Auferstehung ranken, um eine solche als unnötig und unmöglich darzustellen.

 

Jesus war gar nicht tot sondern nur ohnmächtig

Abgesehen davon, dass diese Behauptung ganz schön haltlos ist und auf keinerlei Beweisen beruht, und dass außerdem kein ernst zu nehmender Wissenschaftler, der nach Argumenten gegen eine Auferstehung sucht, sie noch ernst nimmt, muss man Folgendes im Blick behalten: selbst, wenn Jesus noch nicht hundertprozentig tot war, sondern nur halbtot dahinsiechte (was medizinisch widerlegbar ist) – wie sollte er in seiner körperlichen Verfassung den schweren Stein vom Grab wegrollen? Auch wenn er Hilfe von seinen Jüngern gehabt hätte, hätte er aufgrund des starken Blutverlusts nur schwerlich die nächsten Tage überlebt, geschweige denn auf seinen zertrümmerten Füßen irgendwo hingehen können. Seine Jünger hätten sicher nicht an eine Auferstehung geglaubt, wenn sie ihn in seinem erbärmlichen Zustand gesehen hätten, sondern nur versucht, ihn irgendwie aufzupäppeln. Schon gar nicht hätten sie – ganz plötzlich so furchtlos – überall verkündet, dass Jesus auferstanden ist und wären für diese Überzeugung gestorben. Außerdem erkannten sie alle Jesus zunächst nicht in seinem neuen Auferstehungsleib, bis er sich bei ihnen zu erkennen gab. Das bedeutet, dass er NICHT so aussah, wie sie ihn zuletzt gesehen hatten – über und über voller zerfetzter Fleischwunden, mit bloßgelegten und zertrümmerten Knochen und aufgedunsenem blutüberströmten Gesicht.

 

Darüber hinaus lässt der Mediziner Alexander Metherell die Möglichkeit, dass Jesus diese Marter am Kreuz überlebt haben konnte, nicht im Ansatz zu. Er erklärt, dass Jesus sich bereits nach der Geißelung in einem hypovolämischen Schockzustand befand, der die Folge eines hohen Blutverlustes war und Jesus in einen kritischen Zustand brachte. Hinzu kam die Atemnot am Kreuz – aufgrund des Drucks auf die Muskeln und das Zwerchfell befand sich Jesu Brustkorb in einer Position, die das Ausatmen unmöglich macht. Um auszuatmen, musste er sich mit den Füßen abstützen, um die Spannung der Muskeln einen Moment zu verringern. Danach konnte er sich für eine kurze Zeit entspannen und wieder einatmen, nur um sich im nächsten Moment wieder mit den Füßen nach oben zu stemmen, um erneut auszuatmen. Das ging so lange, bis er schließlich völlig erschöpft war, sich nicht mehr abstützen und somit nicht mehr ausatmen konnte. Dadurch steigt der CO2-Gehalt im Blut mit der Folge von Herzversagen. Selbst wenn Jesus noch nicht vollends gestorben war, so wäre er spätestens in dem Moment gestorben, als der Soldat ihm den Speer durchs Herz stieß. „Es besteht absolut kein Zweifel daran, dass Jesus tot war.“, so Metherell.

 

Jesus lag nie in diesem Grab

Diese Hypothese hat mehrere Varianten. Die erste ist die, dass die Frauen damals am falschen Grab waren.

 

Ich bitte Sie! Diese Menschen damals waren selbstverständlich NICHT völlig unterbelichtet. Wenn sich die Frauen damals wirklich im Grab geirrt hätten, hätten ihnen die führenden Juden, denen sehr viel daran gelegen war, dass Jesus nicht auferstanden war, damals mit einem herablässigen Voilà das richtige Grab inklusive des Leichnams präsentiert. Die Behauptung, dass eine ganze Religion mit diesen gigantischen Ausmaßen nur deshalb entstanden war, weil ein paar Frauen blind vor Tränen und Trauer die falsche Abzweigung genommen hatten, ist einfach abstrus.

 

Andere behaupten, dass Jesu Leichnam, wie damals üblich, in einem Massengrab entsorgt worden war.

 

Es gibt aber Augenzeugenberichte, dass Jesus in dem Grab von Joseph von Arimathäa bestattet wurde. Es gibt sehr frühe und detaillierte Berichte, die von diesem Ereignis der Grablegung Jesu berichten. Hätten die Jünger diese Geschichte damals erfunden, so hätten sie höchstwahrscheinlich nicht gerade eine Person aus dem Hohen Rat dafür ausgesucht (der ja für die Verurteilung Jesu verantwortlich gewesen war – übrigens war Joseph von Arimathäa bei dieser Verhandlung nicht anwesend). Die Apostel waren wütend auf die jüdischen Führer. Und gerade aus diesem Kreis eine Person zu erfinden, die als einzige richtig handeln und Jesus ein würdiges Begräbnis geben würde, war nicht sehr logisch. Zumal alle seine Jünger Jesus so schändlich im Stich gelassen hatten. Außerdem hätte damals ja jeder Joseph selbst fragen können – eine solche faustdicke Lüge wäre also sehr kurzsichtig gewesen.

 

Jesus Auferstehung war lediglich spiritueller Natur

    Das Glaubensbekenntnis in 1. Korinther 15 impliziert eindeutig, dass Jesus mit einem echten Körper auferstanden war. Die Juden damals hatten ein körperliches Verständnis von Auferstehung. Zu sagen, Jesus sei auferstanden, aber sein Leib wäre noch im Grab, wäre im jüdischen Verständnis ein Widerspruch in sich. Ganz zu schweigen davon, dass man dann die Leiche hätte vorweisen können, die aber niemals gefunden worden war. Außerdem berührten die Jünger ihn und aßen sogar mit ihm. Das kann man mit Geistwesen beides normalerweise nicht tun.

 

    Der Leichnam war aus dem Grab gestohlen worden

Um den großen scheibenförmigen Stein, der in einer Rinne zu dem etwas abschüssigen Grab hinabgerollt worden war, wieder wegzurollen, waren mehrere Männer nötig. Das war also schon ein erstes Hindernis. Nur Matthäus berichtet in seinem Evangelium, dass Wachen am Grab standen. Aber selbst, wenn es keine Wachen gegeben hätte, glaubt heute kaum noch einer der ältesten, schon in der Bibel zu findenden Erklärung für die verschwundene Leiche. Die Jünger, die Jesu Leichnam gestohlen hätten, wären im Folgenden niemals bereit gewesen, für diese Lüge ihr Leben zu lassen. Man kann aber davon ausgehen, dass Wachen am Grab positioniert waren. Wären die Wachen damals am Grab wirklich eingeschlafen, wie sie und die führenden Juden später behaupteten, hätte ihnen das ihr Leben gekostet. Sie hätten also niemals die Wahrheit so bereitwillig erklärt, wie sie es taten. Doch die führenden Juden hatten ihnen versprochen, dass sie für sie vor Pilatus einstehen würden, wenn sie diese Lüge herum erzählen würden. Übrigens: woher sollten die Wachen so genau gewusst haben, dass es die Jünger gewesen waren, die den Leichnam gestohlen hatten, wenn sie doch währenddessen geschlafen hatten?

 

Jesu Erscheinungen waren Halluzinationen

Einmal erschien Jesus 500 Menschen gleichzeitig. Halluzinationen sind aber immer individuelle Ereignisse.

 

Niemand hatte den toten Leib Jesu ab dem dritten Tag gesehen - weil es ihn nämlich nicht gab. Er war nicht mehr tot, sondern ist zahlreichen Zeugen sehr lebendig erschienen.

 

Welche Indizienbeweise gibt es für die Auferstehung?

 

Die Jünger starben für ihre Überzeugung

Das spricht für eine echte und überdies sehr beeindruckende und verändernde Begegnung mit dem Auferstandenen. Niemand ist bereit, für eine Lüge zu sterben. Aber die meisten der Jünger starben einen grausamen Foltertod.

 

Die Umkehr der Skeptiker

Saulus war ein erbitterter Gegner der neuen Sekte um den Nazarener. Er verfolgte und tötete ihre Anhänger. Aus heiterem Himmel bekehrt er sich plötzlich zu diesem neuen Glauben, wird sein bedeutendster Evangelist und erleidet viel Schlimmes für seine neue Überzeugung. Warum? Seine Erklärung ist wohl am plausibelsten: Er sagt, er ist dem auferstandenen Christus begegnet.

 

 

Viele nicht von der Hand zu weisenden Fakten sprechen also für die Auferstehung Jesu.

 

Die Worte eines Doktors der Theologie, der gleichzeitig einen Doktortitel in der Philosophie hat, William Lane Craig, sind meiner Meinung nach ein gelungener Abschluss für diese kleine Betrachtung:

 

„Die Hypothese, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, widerspricht weder den Erkenntnissen der Wissenschaft noch irgendwelchen Erfahrungswerten. Sie erfordert lediglich die Hypothese, dass Gott existiert. Und ich denke, dass es genügend unabhängige Beweise für die Existenz Gottes gibt.“

 

 

 

 

 

 

Quelle:

 

 

 

„Der Fall Jesus“ von Lee Strobel